Spielberichte (Saison 2010/2011)



[27.08.2010 _ Rot-Weiß Oberhausen - FSV Frankfurt]

für FN-Aktuell: C. Pennekamp

Gordon köpft RWO zum Sieg
1:0-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt

Daniel Gordon hat Rot-Weiß Oberhausen den ersten Saisonsieg beschert. Der Defensivspieler erzielte beim 1:0-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt in der 64. Minute mit einem Kopfball den umjubelten Siegtreffer für die Kleeblätter.

Bei den Oberhausenern, die ihr Auftaktspiel mit 2:3 beim Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin verloren hatten, kam Mittelfeldspieler Heinrich Schmidtgal nach überstandenem Muskelfaserriss zu seinem Comeback und spielte gleich 90 Minuten durch.

Beide Mannschaften taten sich vor 4.434 Zuschauern von Beginn an schwer, klare Torchancen zu erspielen. Beide Teams leisteten sich in einer umkämpften Begegnung viele Fehler im Spielaufbau. So fiel der Siegtreffer auch nach einem Eckball. DAbei köpfte Daniel Gordon die Hereingabe von Markus Kaya unbedrängt aus fünf Metern ein. FSV-Keeper Patric Klandt war ohne Abwehrchance (64.).

In der Schlußphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Die beste Ausgleichsgelegenheit für die Gäste machte Torwart Sören Pirson zunichte, als er einen Ball im Zurücklaufen von der Linie kratzte.

Bei Oberhausen verdienten sich Torschütze Gordon und Heinrich Schmidtgal gute Noten. Bei den Gästen, die zum Auftakt Arminia Bielefeld 2:1 bezwungen hatten, überzeugten Björn Schlicke und Jürgen Gjasula.

Durch diesen ERfolg ist RWO nun tor- punktgleich mit dem Revierrivalen VfL Bochum, der zeitgleich sein Auswärtsspiel beim Aufsteiger FC Erzgebirge Aue mit 0:1 verlor.

RWO spielte in folgender Aufstellung: Pirson - Pappas, Reichert, Miletic, Hergesell - Gordon, Kaya, Schmidtgal, Petersch - Krontiris, Lamidi
Auswechselungen: Landers für Petersch (60.), Schönfeld für Krontiris (60.)
Tor: Gordon (64., Vorarbeit Kaya)
Gelbe Karte: Gordon
Zuschauer: 4.434



[20.08.2010 _ Hertha BSC Berlin - Rot-Weiß Oberhausen]

für FN-Aktuell: C. Pennekamp

Lamidi-Doppelpack reicht nicht
2:3-Niederlage beim Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin

Rot-Weiß Oberhausen hat zum Auftakt der neuen Zweitliga-Saison eine Sensation verpasst. Die "Kleeblätter" mussten sich vor 48.385 Zuschauern im Berliner Olympiastadion dem Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin mit 2:3 geschlagen geben. Auch ein Doppelpack von Neuzugang Moses Lamidi, der in der 7. Minute mit der Hacke die frühe 1:0-Führung für RWO erzielte und in der 78. Minute zum zwischenzeitliche 2:2 traf, reichte nicht, um zumindest einen Punkt aus der Hauptstadt zu entführen.

Trainer Hans-Günter Bruns hatte vor dem Auftaktspiel in der Hauptstadt einen Grund, nach dem bitteren Pokal-Aus beim Fünftligisten Victoria Hamburg (0:1) am vergangenen Sonntag seine erste Elf zu wechseln. Etwas überraschend war dabei der Wechsel im Tor: Für Stephan Loboué stand Sören Pirson zwischen den Pfosten der "Kleeblätter". Zudem mussten Emmanuel Krontiris und Ronny König weichen. Für das Duo spielten Patrick Schönfeld und Marcel Landers von Beginn an.

Das Spiel im Berliner Olympiastadion begann mit einem spektakulären Fallrückzieher von Herthas Stoßstürmer Rob Friend. Zwar ging der Ball meilenweit am Tor vorbei, doch der Ex-Gladbacher fiel so unglücklich auf die linke Schläfe, dass er von diesem Zeitpunkt an von Schwindelgefühlen geplagt wurde. Nach einer sofortigen Behandlung in der 3. Minute schleppte sich der Kanadier noch weiter, doch in der 18. Minute war für ihn Schluss. Für den Amerikaner kam der erst 17 Jahre alte Djuricin für die linke Offensivseite ins Spiel, Domovchiyski ging dafür ins Sturmzentrum.

Als Friend weichen musste, stand es schon 1:0 für die Gäste. Denn markus Kaya brachte die erste Ecke von links nach innen, bei der Herthas Keeper Aerts auf der Linie klebte, so dass Moses Lamidi den Ball etwas artistisch mit der linken Hacke ins lange Eck drücken konnte (7.). Sein Gegenspieler Levan Kobiashvili stand nur daneben und staunte nicht schlecht, als der Ball plötzlich im Netz zappelte.

Es dauerte einige Minuten, bis die Herthaner die beiden Negativerlebnisse verdaut hatten. Nach rund 25 Minuten wurden sie zwar aktiver, doch an ein echtes Durchkommen war nicht zu denken. Außer bei einem Kopfball von Rukavytsya, der an die Latte klatschte (10.), verlebte RWO-Keeper Sören Pirson eine ruhige erste halbe Stunde. Doch in der 30. Minute war es damit vorbei: Mit einem schönen Angriff über rechts mit Rukavytsya und Ramos schafften die Hauptstädter durch Domovchiyski den Ausgleich. Dabei legte Ramos vom rechten Fünfereck zurück in die Mitte, wo der Bulgare den Ball mühelos zum 1:1 einschieben konnte.

Die Oberhausener antworteten prompt mit einem Fernschuss von Moses Lamidi (32.) aus 25 Metern, den Aerts unter sich begrub, doch ansonsten kam RWO kaum mehr vielversprechend nach vorne. Nur bei Standardsituationen flog der Ball in den Berliner Strafraum, wo Aerts jedoch stets sicher zupackte. Auch die Gastgeber drängten nicht sonderlich energisch auf den zweiten Treffer, so dass Oberhausen bis zum Halbzeitpfiff relativ sicher stand.

Nach dem Seitenwechsel schaltete die Hertha sofort einen, ja sogar zwei Gänge nach oben. Vom Wiederbeginn an stürmten die Berliner nach vorne und wurden früh dafür belohnt. Dabei hatte sich Rukavytsya über rechts freigespielt und schoss von halbrechts flach und scharf aufs Tor. RWO-Keeper Sören Pirson streckte sich und faustete den Ball direkt in die Mitte. Dort kam Youngster Djuircin angerauscht und staubte gedankenschnell ab - 2:1 für Hertha BSC Berlin (49.).

Mit der Führung im Rücken erarbeitete sich die Hertha nun eine Dominanz. Zwar spielten sie nicht besonders flott oder risikoreich nach vorne, doch die Hauptstädter hatten dabei alles im Griff. Das lag auch daran, dass Oberhausen noch lange nicht sein defensives Konzept aufgegeben hatte und weiter sehr abwartend spielte.

Erst mit der Einwechslung des Berliners Ronny in der 68. Minute - der Brasilianer ist der Bruder von Nando Raffael - kam wieder etwas Schwung in die Partie. Und wie! Nach einigen Kostproben seines Könnens - vor allem durch Fernschüsse und Freistöße - schlug plötzlich Oberhausen ein zweites Mal zu. Denn Trainer Hans-Günter Bruns hatte mit den Einwechslungen von Mike Terranova und Emmanuel Krontiris den Schalter auf Offensive umgelegt und so für neue Impulse gesorgt. Nach einem Stellungsfehler der Berliner Innenverteidigung um Mijatovic und Hubnik war Moses Lamidi durchgebrochen und hämmerte den Ball aus elf Metern zum 2:2 in die Maschen (78.). Für den 22-Jährigen war es der zweite Treffer in dieser Partie.

Die Bank der Oberhausener hatte sich nach dem Jubelsturm kaum wieder hingesetzt, da sprangen die Berliner vor Freude wieder in die Luft. Denn Joker Ronny hatte den Youngster Djuricin mustergültig bedient, der alleine vor Pirson cool blieb und den Oberhausener Schlussmann eiskalt tunnelte (81.) - Berlin wieder in Führung und das Berliner Olympiastadion aus dem Häuschen. Durch die 2:3-Niederlage bei Hertha BSC Berlin hat Oberhausen eine Überraschung zum Auftakt der neuen Zweitliga-Saison verpasst.

RWO spielte in folgender Aufstellung: Pirson - Pappas, Miletic, Reichert, Schlieter, Petersch - Gordon, Kaya - Landers, Lamidi - Schönfeld
Auswechslungen: Klinger für Kaya (46.), Krontiris für Landers (70.), Terranova für Schönfeld (75.)
Tore: Lamidi (7., Vorarbeit Kaya/78., Miletic)
Gelbe Karten: Reichert, Miletic, Pappas



[15.08.2010 _ Victoria Hamburg - Rot-Weiß Oberhausen]

für FN-Aktuell: C. Pennekamp

Oberhausen blamiert sich beim Fünftligisten an der Elbe
Überraschendes Pokal-Aus nach 0:1 bei Victoria Hamburg

Rot-Weiß Oberhausen hat sich im DFB-Pokal kräftig blamiert: Das Team von Trainer Hans-Günter Bruns verlor beim Fünftligisten Victoria Hamburg mit 0:1 (0:1) und schied damit überraschend bereits in der ersten Runde des laufenden Wettbewerbs aus. Das Tor des Tages erzielte vor 1.600 Zuschauern Stephan Rahn einer halben Stunde mit einem direkt verwandelten Freistoß.

„In diesem Jahr sind wir die Loser im Pokal“, sprach RWO-Trainer Hans-Günter Bruns nicht lange um den heißen Brei herum: „Uns haben Konzentration und Biss gefehlt, so dass die Partie eine Eigendynamik entwickelte, die wir nicht mehr stoppen konnten.“

Hamburgs Trainer Bert Ehm verriet nach der Partie seine einfache Sieges-Formel: „Wir hatten eine 10-prozentige Chance aufs Weiterkommen, die haben wir zu 100 Prozent genutzt.“

Rot-Weiß-Kapitän Benjamin Reichert gab ehrlich zu: „Das war zu wenig von uns. Wir hatten zwar genug Chancen, aber wir waren nicht zielstrebig genug. Das reicht einfach nicht.“

Ein deutliches Chancenplus konnte das Manko im RWO-Spiel gegen den Fünftligisten nicht auffangen. Bruns: „Wir haben nie den Druck entwickelt, den wir uns vorgenommen hatten.“ Im Oberhausener Spiel fehlten Tempo, Ideen und Zweikampfstärke.

Nichtsdestotrotz erspielten sich die „Kleeblätter“ gegen aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber eine Vielzahl an guten Torchancen, doch „wir haben uns den Finger in der Nase gebrochen“, so Hans-Günter Bruns.

Gefährlich wurde es für die Hamburger, wenn RWO über die Außen spielte, was aber viel zu selten geschah. Ronny Königs Kopfball nach Flanke von Moses Lamidi landete auf dem Tornetz (4.), nach feiner Vorarbeit von Emmanuel Krontiris kam König dann einen Schritt zu spät (7.). Und als ein Victoria-Verteidiger nach einer flach hereingebrachten Krontiris-Ecke im Fünfmeterraum über den Ball trat, war Lamidi zu überrascht, die Kugel flog weiter über den Kasten (10.).

Die größte Chance in Durchgang eins besaß Markus Kaya. Nachdem er mit einem Traumpass Lamidi in Szene gesetzt hatte, bekam er vom RWO-Stürmer den Ball an der Strafraumgrenze wieder aufgelegt. Doch Kayas Außenristschlenzer klatschte an den Pfosten (14.).

Dann der Schock für RWO! Nach einem Stockfehler von Marinko Miletic gab es Freistoß für die Platzherren kurz vor dem Oberhausener Strafraum. Und wie bei der WM 1954 hieß es: Rahn müsste schießen, Rahn schießt…Tor. Victoria-Angreifer Stephan Rahn zirkelte den Ball zum 1:0-Führungstreffer in die Maschen (30.).

Dass aus dem Führungstreffer auch der Siegtreffer wurde, hatten die Hamburger der nachlässigen Chancenverwertung und dem ideenlosen Anrennen der „Kleeblätter“ zu verdanken. Lamidi (33.), Miletic (45./54.) und Daniel Gordon (53./76.) scheiterten entweder am herausragenden Victoria-Torhüter Florian Ludewig oder ein Abwehr-Bein klärte in letzter Sekunde.

Pech hatte RWO bei einem weiteren Pfosten-Treffer von Oliver Petersch (55.) und einem Lattenkopfball von König (75.).

So blieb es beim überraschenden Sieg des „Underdogs“, der sich über eine gesicherte TV-Einnahme in Höhe von 250.000 Euro in der 2. Runde freuen darf. Hans-Günter Bruns gratulierte als fairer Sportsmann: „Herzlichen Glückwunsch an die Victoria, Hut ab vor dieser Leistung.“

Oberhausen spielte in folgender Aufstellung: Loboué - Pappas, Reichert, Miletic, Hergesell - Gordon - Kaya - Petersch, Krontiris - König, Lamidi
Auswechslungen: Landers für Pappas (65.), Celik für Hergesell (71.), Schönfeld für Kaya (76.)
Gelbe Karte: Miletic