Die FUBA-NET Cup Idee
Fußball als integrative Herausforderung
Hintergrund
Integration ist in der heutigen Gesellschaft eine viel umschriebene Phrase. Unterschiedlichste Projekte oder Initiativen versuchen Menschen, die aufgrund Ihrer Andersartigkeit im alltäglichen Leben benachteiligt sind, an der Gesellschaft teilhaben zu lassen. Die Andersartigkeit oder das besondere Merkmal wird hierbei zumeist deutlich öffentlich gemacht, um aufzuklären und Verständnis für die Betroffenen zu fördern. Um eine solche Förderung nachhaltig und breit wirken zu lassen sind Themen notwendig, die allgemein alle oder zumindest viele Menschen ansprechen. Bei der "hilfe für das autistische kind e.V." in Bottrop und rund um die Projektinitiative FUBA-NET (Fußball unter besonderen Aspekten - Netzwerk) hat sich der Fußballsport als ein solches Thema erwiesen.
Die Turnieridee
In der dreijährigen therapiebasierten Projektarbeit www.fuba-net.de mit zwei Autisten wurde der integrative Moment des Fußballs in den Vordergrund gestellt und auf verschiedenen Ebenen erkannt: Eine Sportart, wo sich alle Interessierten den Regeln eines Spiel freiwillig unterwerfen, eint die Gesellschaft über viele Grenzen hinweg. Grenzen, die im Miteinander zunächst auffällig bleiben, über den Wettstreit dann verschwimmen und im Torjubel zuletzt gleichgültig werden. An der Idee zum FUBA-NET Cup, wo Fußballer mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung, ganz gleich ob körperlicher, organischer, psychischer oder geistig-seelischer Natur, gemeinsam mit Spielern ohne ein solches Merkmal in einer Mannschaft stehen müssen, wird dies deutlich.
Das Regelwerk
Die Prinzipien des Integrationssports bilden beim FUBA-NET Cup unter einem groß geschriebenen FAIR-PLAY die Grundlage für ein innovatives Fußballturnier im Ruhrgebiet. Maßgebend sind die Regeln des DFB. Der FUBA-NET Cup ist grundsätzlich offen für alle Freizeit-, Betriebs-, Schul-, Wohnheim-, oder Fanclubmannschaften, die Integration über den Fußballsport leben und fördern wollen. Jedes Team muss mindestens zur Hälfte aus Spielern mit einem handicap bestehen. Anders als im organisierten Behindertensport orientiert sich der FUBA-NET Cup allerdings nicht an Behinderungsformen oder Schadensklassen, die eine sportliche Leistung objektiv absolut messbar machen. Absolut bindend ist beim FUBA-NET Cup allerdings die Regel, dass Teams, die Meisterschaften oder einem Spielbetrieb auf organisierter Sportverbandsebene nachgehen, zum FUBA-NET Cup nicht zugelassen werden. FUBA-NET ist hierbei der Ansicht, dass solche Mannschaften bereits eine Plattform und ein Forum haben, wo sie ihren Leistungsstand regelmäßig erproben und präsentieren können. Hierzu zählen in erster Linie Fußball- und Sportvereine. Eine Ausnahme bilden Werkstätten, wenn sie in ihr Team neben Beschäftigten auch Betreuer oder Zivis etc. integrieren. Der sCOOL-Cup zielt als Sonderwettbewerb (seit 2006) auf die Bildung eines Tandemodells ab: Schüler einer Regelschule und einer Sonderschule bilden ein gemeinsames Team.
Die integrative Herausforderung
Die olympische Floskel vom "Dabei sein ist alles" hat beim FN-Cup natürlich seine Berechtigung, aber im Sport geht es auch um klare Ziele. Im Fußball zählen letztlich die Tore, bei Turnieren stehen am Ende Sieger. Wo Ergebnisse wichtig werden, um Pokale zu gewinnen, hält der Ehrgeiz Einzug und gefährdet die im Sinne der Integration nahezu unentbehrliche Fairness. Beim FUBA-NET Cup ist dies nicht anders. Integrationssport wird in diesem Moment zu einer Herausforderung für alle Beteiligten. Am Ende ist beim FUBA-NET Cup allerdings jedes Team Gewinner mit der Erkenntnis: Integration wird auf dem Platz gelebt, ganz im Sinne des neuen Titels für den ::: FUBA-NET Cup NRW 2007 "Zusammenspiel".
|